Es gibt hervorragende Formelsammlungen und Rechner zum Thema Tiefenschärfe im Internet,
warum also ein weiterer Rechner ?
Mein Ziel war es, die diversen Einflußfaktoren wie Brennweite, Blende, Formatfaktor,
Abbildungsmaßstab usw. zu variieren und die
Auswirkung auf die Tiefenschärfe sofort in Tabellenform zu sehen.
Ursprünglich als OpenCalc-(Excel-)Tabelle implementiert hab ich das Ergebnis dann auf DHTML
umgestellt um es im WWW bereitstellen zu können.
Tipp1: ohne aktuellen Browser mit Javascript und CSS tut sich da gar nix ;-) Tipp2: wenn Sie nicht genau wissen was sie verändern lassen Sie besser die Standardwerte !
Aus Wikipedia:
Die Schärfentiefe ist jener Bereich, der einem normalsichtigen Auge vor und hinter der Scharfstellebene noch scharf erscheint. Standard-Definitionen:
Ein normalsichtiges Auge kann 2 Punkte unterscheiden die 137,7" entfernt sind.
Der Standard-Betrachtungsabstand entspricht der Diagonale eines Bildes.
Jetzt kann mit Hilfe der Trigonometrie die erforderliche Auflösung eines Bildes berechnet werden. Die Auflösung in Bilddiagonale muß also 1500 Punkte betragen, damit das Bild unter normalen Umständen
als scharf wahrgenommen wird.
Dieser Wert kann variieren wenn vom Standard abweichende Anforderungen bestehen, zB. ein anderer Betrachtungsabstand
oder eine besondere Bildauflösung. In der Tabelle rechts kann der Betrachtungsabstand und damit die Auflösung variiert werden ----->
Gewählte Auflösung in Bilddiagonale: 1500 Punkte
Um den zulässigen Zerstreuungskreisdurchmesser zu berechnen braucht man Angaben über die Sensorgröße.
Die Anzahl der Sensor-Pixel begrenzt die mögliche Bildschärfe, ebenso wie das verwendete Filmmaterial.
Für Filme wird ein Mittelwert entsprechend einem 100 ASA Dia-Film angenommen.
Es wird davon ausgegangen daß die Qualität der Optik der des Sensors entspricht, dies ist bei Billigkameras
mit hochauflösendem Sensor leider oft nicht der Fall. Es darf aus diesem Grunde nicht erwartet werden daß ein Handy mit 5 MPix
Sensor oder mehr gleich scharfe Fotos macht wie z.B. ein Nikon D40 mit 4 MPix Sensor :-(
Standard-Einstellung ist eine DX-Digicam mit 10 MP. In der Tabelle rechts können die Sensor-Auflösung und das Sensorformat eingestellt werden ----->
min. Zerstreuungskreisdurchmesser (Sensor-Aufl.):
6.1 µm
Optional gibt es noch folgende Objektiveigenschaften, die modifiziert werden können.
Der Hauptebenenabstand (Abstand zwischen bildseitiger und gegenstandsseitiger Hauptebene)
ist meistens nicht bekannt und mit "0" angenommen.
Man braucht diesen wenn man die Entfernung zwischen Gegenstand und Film/Sensor-Ebene berechnen will,
normalerweise wird die Entfernung bis zur gegenstandsseitigen Objektiv-Hauptebene berechnet.
Es gibt Objektive die nicht durch Auszugsverlängerung fokussieren sondern durch sog. Innenfokussierung
(Veränderung der Brennweite), daher entfällt der Einfluß auf die Blende im Makrobereich.
Allerdings kann sich die Brennweite erheblich verringern, z.B. von 200mm auf 80mm im Nahbereich beim Nikon 18-200 VR Objektiv.
Auch beim Nikon 200mm Micro Objektiv verringert sich die Brennweite von 200mm auf ca. 130mm. Daher sind alle Berechnungen bei Objektiven mit Innenfokussierung im Nahbereich mit Vorsicht zu bewerten !!!
Es kann auch die Präzision der Berechnungen zwischen 2 oder 3 relevanten Stellen modifiziert werden. (nur für Sonderfälle) In der Tabelle rechts können die entsprechenden Einstellungen vorgenommen werden ----->
Hauptebenenabstand: 0 mm
Innenfokussierung: ja
Anforderung an das Auflösungsvermögen:
Sensoreigenschaften:
Objektiveigenschaften:
Diverse Parameter:
Die hyperfocale Entfernung:
Die hyperfocale Entfernung ist jener kleinste Wert für die Entfernung, bei dem noch bis unendlich scharf abgebildet wird. Der scharf abgebildete Bereich beginnt dann schon bei der Hälfte der hyperfocalen Entfernung
und geht bis unendlich.
Die hyperfocale Entfernung ist abhängig von:
Die Brennweite ist der auf dem Objektiv angegebene Wert, also unabhängig des sog. Formatfaktors.
Zur besseren Vergleichbarkeit wird als Basis jedoch die entsprechende Brennweite für Kleinbild genommen. Es ist erkennbar, daß die Tiefenschärfe bei kleineren Sensoren
größer ist.
(Die hyperfocale Entfernung ist kleiner)
Die Schärfentiefe:
Die Schärfentiefe ist jener Bereich der vor und hinter der eingestellten Entfernung noch scharf abgebildet wird.
Die Schärfentiefe ist abhängig von:
max. Zerstreuungskreisdurchmesser: 18.9 µm
Blende: 8
Nahlinse: keine
Brennweite (incl. Nahlinse): 100 mm
Abbildungsmaßstab (siehe Tabellenspalten)
Formatfaktor: 1 (bei g = unendlich)
Die Abhängigkeit von der Brennweite ist im Nahbereich etwa bis zum Abbildungsmaßstab 1:16
vernachläßigbar !
(Bei kleinen Blendenwerten, z.B. Blende 2, sogar bis zu etwa 1:64)
Ein Einfluß von der Brennweite auf die Schärfentiefe wird dann angezeigt, wenn der Unterschied bei Brennweite 10 und 1000
größer als 20 % ist. Es ist auch erkennbar, warum Kameras abhängig von der Sensorgröße
nur bis zu einer bestimmten Blende abblenden können.
Kleinbildkameras bis zu Blende 22, DX-Kameras bis zu Blende 16, und Billigknipsen mit kleinem Sensor nur mehr bis Blende 4, ---> sonst wird jedes Bild wegen des Beugungseffektes unscharf !
Der Formatfaktor ist vom Abbildungsmaßstab abhängig !
Die wirksame Blende ist jener Wert der durch Auszugsverlängerung
(wenn Objektiv ohne Innenfokussierung) wirksam ist.
Die Blende (Beugungslimit) ist jener Wert bei dem die Unschärfe durch Beugung
den maximalen Zerstreuungskreisdurchmesser erreicht (wird auch förderliche Blende genannt).
Die Blende (max. Schärfentiefe) ist jener Wert bei dem die Summe der Unschärfen
durch Beugung und Schärfentiefe den maximalen Zerstreuungskreisdurchmesser erreicht. Dies ist die Blende, bei der
(abhängig vom Abbildungsmaßstab) die maximale Schärfentiefe erreicht werden kann !
Spalten, bei denen der max. Zerstreuungskreisdurchmesser wegen des Beugungseffektes (zu großer Blendenwert) überschritten wird, werden rosa hinterlegt.
Die Spalte für die hyperfocale Entfernung ist grau hinterlegt.
Spalten bei denen die Brennweite einen Einfluß hat sind grün hinterlegt.
Die erzielbare Schärfe, die optimale Blende
Die erzielbare Schärfe (Zerstreuungskreisdurchmesser) hängt von folgenden Parametern ab:
Blende (siehe Tabellenzeilen)
Schärfentiefe (siehe Tabellenspalten)
Abbildungsmaßstab: 0.125
Brennweite: 100 mm
Formatfaktor: 1 (abhängig vom Abbildungsmaßstab !)
Folgende Vergleichs-Werte werden von oben übernommen:
min. Zerstreuungskreisdurchmesser (Sensor-Auflösung):
6.1 µm
Um die Ergebnisse für verschiedene Sensor/Filmformate vergleichbar zu machen wird der Abbildungsmaßstab
entsprechend dem Kleinbildformat als Basis genommen. Die erreichbare Schärfentiefe ist für alle Formate weitgehend identisch ! Begründung: Bei größeren Formaten muß und kann man den Blendenwert entsprechend erhöhen.
---> Dies ist möglich, da die Unschärfe durch Beugung bei größeren Sensoren erst bei höheren Blendenwerten wirksam wird.
---> Größere Sensoren erlauben diese größeren Blendenwerte durch entsprechend höhere ISO-Empfindlichkeiten. Die Abhängigkeit von der Brennweite ist im Nahbereich etwa bis zum Abbildungsmaßstab 1:16
vernachläßigbar !
(Bei kleinen Blendenwerten, z.B. Blende 2, sogar bis zu etwa 1:64)
Ein Einfluß von der Brennweite auf die Schärfentiefe wird dann angezeigt, wenn der Unterschied bei Brennweite 10 und 1000
größer als 20 % ist. Die Spalte Schärfentiefe in der Tabelle ist evtl. eine Wunschvorstellung die nicht erreichbar ist !
Entfernung: 0.9 m
Über die optimale Blende gibts im WWW viel zu lesen, aber ich habs nicht wirklich verstanden
und will daher meine eigene Erklärung versuchen.
Die optimale Blende ist ein Kompromiß wegen:
Unschärfe durch Verwackelung: Kompromiß wegen
geringer Schärfentiefe (bei kleinen Blendenwerten) und
Verwackelung (bei lange Verschlußzeiten)
Unschärfe durch Objektiv: Kompromiß wegen
Beugung (bei großen Blendenwerten) und
Abbildungsfehlern (bei kleinen Blendenwerten)
Unschärfe am Schärfentieferand: Kompromiß wegen
hoher Schärfentiefe (bei großen Blendenwerten) aber
Beugungsunschärfe (bei großen Blendenwerten)
In der folgenden Tabelle soll nur der letzte Punkt untersucht werden.
Zellen bei denen der max. Zerstreuungskreisdurchmesser überschritten wird werden rosa hinterlegt.
Zellen bei denen die Brennweite einen nennenswerten Einfluß hat werden rot hinterlegt.
Zellen bei denen der min. Zerstreuungskreisdurchmesser unterschritten wird werden hellgrau hinterlegt. Zellen bei denen die höchste Bildschärfe erzielt wird werden blau hinterlegt. Zellen bei denen die höchste Schärfentiefe erzielt wird werden grün hinterlegt.
Zellen für weitere sinnvolle Blendenwerte für hohe Schärfentiefe werden hellgrün hinterlegt. Weiß bzw. hellgrau hinterlegte Felder können durchaus sinnvoll sein wenn geringe Schärfentiefe
mit dem Ziel der Objektfreistellung erwünscht ist ! Schon hier gibt es also 3 optimale Blenden, für maximale Schärfentiefe,
für maximale Bildschärfe und für Objektfreistellung !
Die Berechnung des Zerstreuungskreisdurchmessers bleibt gleich, der Unterschied liegt nur
in der Bewertung des Ergebnisses, einmal wird das Minimum ermittelt (max. Bildschärfe),
im anderen Fall darf ein vorgegebener Maximalwert nicht überschritten werden
(max. Schärfentiefe).